Welche Bedeutung hat Yoga für die One-World-Community?

Das klassische Verständnis von Religion hat mit Yoga wenig zu tun. Yoga zu praktizieren ist keine religiöse Handlung, sondern eher mit einem Sport zu vergleichen. Ein moderneres Religionsverständnis, in dem keine eindeutige Zuordnung zu einer spezifischen Weltanschauung vorgenommen wird, könnte Yoga als ein Baustein unter vielen eine religiöse Bedeutung zuschreiben. Die Yogapraxis wäre demnach mit einer weltanschaulichen Sichtweise verknüpft, die einen gewissen Einfluss ausübt.
Das gilt allerdings für alle Arten von Körperarbeit gleichermaßen. Im Leistungssport wird oftmals ein meditativer Flow erreicht. Einzelne Körperübungssysteme haben einen traditionellen oder neu erfundenen Wertekanon, der ihnen zugrunde liegt. Es stellt sich die Frage, ob nicht schon der Akt des Lesens als eine religiöser Akt verstanden werden könnte, weil dabei das eigene Wertesystem beeinflusst wird.
Wenn wir auf einzelne Rituale schauen, die eindeutig einem religiösen Kontext zuzurechnen sind, ist eine Ähnlichkeit zur Yogapraxis offensichtlich. Beispiele wären das Beten des Rosenkranzes in Christentum oder die extasischen Körperübungen bei den Sufis. Hier wie dort wird mit Hilfe von Übungen und meditativer Versenkung ein positiver Effekt erzielt, der mit einem Wertesystem in Verbindung steht.
In den alten Sanskrit-Schriften, die die heutige Grundlage der modernen Yoga-Stile bilden, wird auf einen Wertekanon hingewiesen, der religiöse Züge trägt (vergleiche Yamas und Niyamas). Dies mag den YogaschülerInnen von heute zumeist völlig unbekannt (und auch egal) sein, dass schafft die weltanschaulichen Grundlagen des Yogas allerdings nicht aus der Welt.
Vielleicht ist es hilfreich, sich von einem starren Blickwinkel auf Religionen zu verabschieden und sich einer moderneren Variante der Hingabe an das Göttliche zuzuwenden. Eine modernisierte Religion trennt sich von ihrer Alleinvertretungsanspruch. Sie erkennt an, dass es viele Wege gibt, sich einem Gott zuzuwenden, und dass die meisten dieser Wege legitim sind. Ein solches Verständnis von Religion führt dazu, dass es kein Gegeneinander der unterschiedlichen Weltanschauungen gibt, sondern einen gegenseitige Befruchtung. Von diesem Blickwinkel aus wäre es z.B. möglich, morgens ein buddhistisches Ritual zu vollziehen und anschließend in eine christliche Kirche in den Gottesdienst zu gehen. Warum sollte sich das ausschließen? Genau so verhält es sich auch mit dem Yoga. Als alleinige Weltanschauung taugt es nicht. Als Ergänzung und Bereicherung ist Yoga mit allen Religionen, Kulturen und Wertesystemen kompatibel.

Die One-World-Community bedient sich dem Kundalini Yoga, um eine sinnlich greifbare Vertiefung des Bewusstseins zu fördern. Ihre Gebote beruhen auf den Lehren des Yogis Yogi Bhajan (1929 bis 2004).

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